Selbstständigkeit im Ausland

29.07.2020 - von Catrin


Wenn ich mit Anderen über die Zeit im Ausland spreche und das Thema aufkommt, welchen Nutzen bzw. Vorteil ein Auslandssemester mit sich bringt, dann ist Selbstorganisation und Selbstständigkeit für mich eines der wichtigsten Aspekte. Oftmals hört man konkrete Ziele und studienrelevante Ergebnisse, wie zum Beispiel CPs, das Verbessern der Sprache oder die nachweisliche internationale Erfahrung. Es scheint fast hintergründig, wieviel diese Zeit mit der eigenen Selbstorganisation und Selbstständigkeit zu tun hat und wie wichtig und prägend dies für die eigene Entwicklung und mögliche Herausforderungen sind, denen man auch in der Zukunft begegnen wird.


Als ich über ein Auslandssemester nachgedacht habe war für mich ein entscheidender Punkt: Wie werde ich mit den ungewohnten Strukturen und dem neuen Uni-Kontext umgehen? Außerdem hatte ich viele Fragen wie: Werde ich auf einer anderen Sprache überhaupt studieren und kommunizieren können? Werde ich in der Lage sein, meinen Alltag gut zu überstehen? Wie ist es in einem neuen Umfeld zu sein? Werde ich neue Kontakte finden?


Zudem kam bei mir hinzu, dass ich vor meinem Auslandssemester nur mit meiner Familie oder meinem Partner und nicht in einer WG oder alleine gewohnt habe. Ich glaube auch gerade die neue Wohnsituation war eine große Herausforderung für mich. Nicht, weil ich nicht bereits allein selbstständig arbeitete und meinen Tag organisierte. Sondern vielmehr, weil ich dabei aus meiner Komfortzone raustreten und mich nicht auf dem „zur Not lass ich das halt gleich wieder bleiben“ ausruhen konnte. Als ich mich für das Auslandssemester entschieden habe und meine Bewerbung eingereicht habe, stand fest, dass ich mich neuen Herausforderungen stellen werde!


Ich habe meinen Auslandsaufenthalt als eine Zeit wahrgenommen, in der ich unabhängig von gewohnten Strukturen zuhause in Deutschland, neue Erfahrungen sammeln durfte. Die Herausforderungen, an einer fremden Universität zu studieren und mich mit meiner alles andere als perfekten Sprachkenntnisse durchzufragen und sogar mal alleine zu verreisen, ermöglichten mir eine andere Perspektive auf mich selbst. Gerade zu Beginn war es eine Herausforderung an den Seminaren teilzunehmen. Dort musste ich relativ schnell mit den Kommiliton*innen in Gruppen arbeiten und Informationen bei Dozent*innen einholen. Für mich gehörte auch dazu, dass ich mich, weil mir ein Kurs nicht zusagte, dagegen entschied und nochmal nachträglich meine Kurse änderte.


Ich muss sagen, dass es am Anfang schwer und komisch war. Auch im Alltag versteht man bei schnell gesprochener Sprache nicht gleich alles und muss dreimal beim Einkaufen nachfragen, was jetzt gerade gemeint ist. Auch eine komplett neue Wohnsituation auf Zeit stellt sich dabei als Herausforderung dar. Das gehört einfach dazu. Für mich waren diese fast „unsichtbaren“ Erfahrungen sehr prägend, da ich gemerkt habe, dass scheinbar schwierige Situationen überwindbar sind und es immer Wege gibt. Dabei habe ich gelernt, auf meine eigenen Fähigkeiten zu vertrauen.


Wichtig ist zu erkennen, dass man eine Situation gut gemeistert hat, die anfangs sehr neu und ungewohnt schien. Dass durch das Auslandssemester nicht nur Credits mitgenommen wurden, sondern auch eine große Portion Selbstorganisation und Selbstständigkeit. Also wenn du über ein Auslandsaufenthalt nachdenkst, denke nicht nur an die offensichtlichen Gewinne, die es mit sich bringt, sondern auch an die persönlichen Herausforderungen, die du meistern wirst! Probier es einfach mal aus!

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