ERASMUS-Semester auf einer Insel

29.06.2022 - von Milena


Bei der Wahl des Landes bzw. des Ortes für das eigene Auslandssemester hat man eine recht große Auswahl. Auch Inselstaaten sind in dieser Auswahl vertreten. Doch viele Studierende stellen sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, das Auslandssemester auf einer Insel zu verbringen und wie sich das Leben dort allgemein gestaltet. Wird es nach gewisser Zeit langweilig? Findet man die Insel auch nach Monaten noch schön und interessant?


Aus diesem Grund gibt es nun einen kurzen Bericht über die Vor- und Nachteile des Lebens auf einer Insel. Da ich in Island mein Auslandssemester verbracht habe, gibt es auch ein paar Beispiele von meinem Aufenthalt dort!

Die Insel Heimaey der Vestmannaeyjar (Westman Islands)

Vorteile


Der erste Vorteil ist, dass das Meer meist nie weit entfernt ist. Das heißt, wenn man das Meer liebt, ist man auf einer Insel auf jeden Fall richtig. Aber nicht nur das ist ein Vorteil. Inseln sind oft sehr einzigartig, sei es ihre Vegetation oder auch das gemeinschaftliche Leben dort. Oft findet man eine große landschaftliche Vielfalt, komprimiert auf einer überschaubaren Insel. Auf Island leben beispielsweise nur rund 365.000 Menschen und ein Großteil davon lebt in der Hauptstadt Reykjavík. Deshalb fährt man dort oft kilometerweit und trifft auf keinen anderen Menschen. „Jeder kennt jeden“ lautet dort das Motto, was ich persönlich irgendwie cool fand. Zudem ist eine Insel auch flächenmäßig überschaubar, was bedeutet, dass man es während des Auslandssemesters schafft, fast jede Ecke der Insel zu sehen und kennenzulernen. Das war für mich etwas besonderes, da ich nach meinem Aufenthalt in Island auf jeden Fall sagen konnte, dass ich so gut wie alle Highlights der Insel gesehen habe.


Außerdem kann man auch von den Inseln aus verreisen und beispielsweise Nachbarinseln oder das Festland besuchen. Island hat auch ein paar ganz kleine Inselchen, welche ich besuchen konnte. Oft waren diese so klein, dass man sie innerhalb weniger Stunden ablaufen konnte. Auf dem Bild rechts seht ihr beispielsweise eine sehr kleine „Insel“, welche ihr vielleicht schonmal im Internet gesehen habt. Diese kann man sehen, wenn man von Island aus mit der Fähre auf die Insel Vestmannaeyjar fährt.


Den Aspekt des Tourismus kann man sowohl als Vorteil, als auch als Nachteil ansehen. Einerseits sind Inseln oft Touristen-Hotspots, was bedeutet, dass bestimmte Sehenswürdigkeiten oft überlaufen sind. Der Vorteil davon ist aber andererseits, dass durch den Tourismus mehr Leute Englisch verstehen und die Verständigung somit eventuell leichter ist.


Nachteile


Kommen wir nun zu den Nachteilen, die mit einer Insel einhergehen. Mehr oder weniger offensichtlich ist man flächenmäßig natürlich etwas eingeschränkt. Auch in Bezug auf das Reisen während des Auslandssemesters ist man teilweise eingeschränkt. Das hängt damit zusammen, dass manche Inseln relativ weit von anderen Inseln oder dem Festland entfernt sein können und man nicht „mal eben“ in ein anderes Land oder auf eine andere Insel fahren kann. Natürlich ist dies auch von der Insel an sich und ihrer Lage abhängig, aber ich konnte beispielsweise nicht mal eben in ein Nachbarland reisen und dieses erkunden, wie man es oft in anderen ERASMUS-Ländern machen kann.


Ein weiterer Nachteil, von dem ich aber nicht viel gemerkt habe, ist, dass Inseln meistens auf den Import von Lebensmitteln und anderen Sachen angewiesen sind. Dies führt unmittelbar dazu, dass die Auswahl beschränkt ist und manche Lebensmittel nicht verfügbar oder sehr teuer sind. Ich konnte immer alle Lebensmittel oder entsprechende „Ersatzprodukte“ finden, aber man sollte sich vorab eventuell mit der Verfügbarkeit von bestimmten Lebensmitteln beschäftigen, falls man auf gewisse Lebensmittel angewiesen ist.


Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen und es sich somit auf jeden Fall lohnt, eine Insel als ERASMUS-Land zu wählen. Es gibt sehr viel zu erkunden und auch das Leben dort hat vieles zu bieten. Ich kann es deshalb nur empfehlen, mal für eine gewisse Zeit auf einer Insel zu leben und die Kultur und den Lifestyle dort kennenzulernen.


Der schwarze Sandstrand Reynisfjara

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