Mein Studienjahr an der METU
- Auslandslots*innen

- vor 14 Stunden
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von Gözde - 30.01.2026

Hallo zusammen, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, aber was ich schon mal vorab sagen kann, ist: Wenn ihr darüber nachdenkt, ein Auslandssemster oder -Jahr zu machen, BITTE TUT ES! Ihr werdet es auf gar keinen Fall bereuen! Es war ungelogen die schönste Zeit meines Lebens und ich bin froh, dass ich noch ein weiteres Semester dort bin. Zunächst stelle ich mich mal selbst vor: Ich bin Gözde, 20 Jahre alt und jetzt frisch mit dem 5. Semester im Studiengang globale und transnationale Soziologie fertig und bin über die türkischen Semesterferien kurz nach Deutschland zurückgekommen, um meine Familie zu besuchen. In meinem Studiengang muss man ein Auslandsjahr machen, weshalb ich ihn auch ausgewählt habe, weil ich unbedingt ins Ausland wollte. Außerdem wollte ich auch immer schon in der Türkei studieren. Die METU war die vorhergesehene Partneruni, was meine Entscheidung nochmal erleichtert hat, da sie die beste Uni in der Türkei ist. Auch wenn der ganze Dokumenten- und Papierkram extrem nervig und anstrengend war, lohnt sich Erasmus zu 100000% - vertraut mir!
Zum Thema Wohnen: Ich konnte mich als Erasmusstudentin auch für die Dorms auf dem

Campus bewerben, was ein sehr großer Vorteil war. Glücklicherweise habe ich da auch einen Platz im Dorm bekommen. Das Zimmer baut sich aus 2 separaten Räumen auf, einmal das Schlafzimmer, wo nur Betten sind, und das andere Zimmer mit Schränken, Schreibtisch, Spiegel, Kühlschrank und einer Garderobe. Man teilt sich das Zimmer mit 3 anderen Mädels und das Bad und die Küche sind auf dem Flur. Auch wenn es nicht super toll anhört, war es eigentlich total in Ordnung und für den Preis (ca. 65€ monatlich) wirklich mega!
Der Campus ist riesengroß und wunderschön! Glücklicherweise bietet die Uni Busse auf dem Campus, die euch überall hinfahren. Ich empfehle sehr die METU-App, damit habe ich erst verstanden, wie das Bussystem da funktioniert. Und glaubt mir, ihr müsst den Bus nehmen. Es ist auch gar nicht nötig, den Campus zu verlassen - man hat Restaurants, Apotheken, ein Einkaufszentrum, Cafés, Billardhalle, Schreibwarenläden, Banken und sogar ein kleines Mini-Krankenhaus. Für die Sportskanonen gibt es auch alles Mögliche: Schwimmhallen, Basketballplätze, Fußballplätze, Tennisplätze usw. Die Clubs, denen man beitreten kann, sind auch unendlich: vom Quidditch-Club bis zu Schach oder Musik. Das Angebot ist enorm. Die Kurse: Es wird auf jeden Fall mehr verlangt als in Deutschland. Es gibt wöchentliche Abgaben, Midterms, Präsentationen und Finals und dies alles summiert sich dann in die finale Note des Kurses. Es ist nicht sehr viel schwieriger als in Deutschland, jedoch mehr Inhalt und mehr Überprüfungen, was etwas stressig werden kann. Die Professoren sind aber auch sehr nett und rücksichtsvoll, und wenn sie auch noch wissen, dass ihr Erasmus Studis seid, drücken sie manchmal noch ein Auge zu.
Nun zum wichtigsten Thema für mich: Freunde. Ich bin ein sehr emotionaler und sozialer Mensch und liebe es, neue Menschen kennenzulernen, mit Ihnen Zeit zu verbringen und einfach neue Erfahrungen und Erinnerungen zu sammeln. Ich hatte wirklich sehr viel Glück mit meinen Erasmus Leuten, dass so viele wunderschöne und tolle Menschen auf einem Haufen waren. Ich hatte Angst keine Freunde zu finden, obwohl ich sehr sozial bin und

eigentlich keine Probleme damit habe. Ich habe auf 2-3 Leute gehofft, mit denen ich mich verstehe. Aus 2-3 wurden dann 20-30 ohne zu übertreiben. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie toll diese Menschen sind und waren und wie sehr ich sie alle nun liebe. Umso härter war natürlich der Abschied, welcher bei mir gerade sehr frisch ist… Die meisten kommen halt nur für ein Semester, deswegen musste ich mich von sehr vielen verabschieden, was sehr sehr sehr schmerzhaft und hart war.
Aber kommen wir nun wieder zur positiven Seite: Ich habe internationale Freunde fürs Leben gefunden. Dieser Kulturaustausch und das Sozialisieren sind so atemberaubend und wichtig und es macht total viel Spaß. Man hockt auch wirklich 24/7 mit diesen Leuten aufeinander, wenn ich das mal so formulieren darf, und man wird wirklich zu einer Erasmus-Familie, weil man voneinander abhängig ist und man nur sich untereinander hat. Klar, es ist auch möglich, lokale Freunde zu finden, was auch super ist, und da sind die türkischen und auch internationalen Studenten der METU sehr nett und gastfreundlich und immer sehr hilfsbereit, jedoch haben die nicht so viel Zeit wie die Erasmus-Studis. Die haben sehr sehr sehr viel mit der Uni zu tun, wo Erasmus Studis etwas lockerer sind. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass das die schönste Zeit meines Lebens war, ich mega viele Freunde fürs Leben gewonnen habe und hoffe, dass der Kontakt für immer bleibt und unvergessliche Erinnerungen und Momente gesammelt habe. Ein kleiner Rat zum Schluss: Bitte nimmt an jeder Veranstaltung, Reise etc. teil!!! Noten sind nicht sooo wichtig und Geld kommt und geht - das Erasmus Geld reicht btw. sehr gut aus, da müsst ihr euch keine Sorgen machen! Erinnerungen bleiben für immer :) Falls ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, bitte schreibt mir! Ich bin immer erreichbar und sehr glücklich, wenn ich euch helfen kann.
Mit freundlichen und internationalen Grüßen
Gözde Duran (instagram @gzddrn50)




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