MeinAuslandssemester in Indonesien
- Auslandslots*innen

- 24. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
von Cawo - 24.04.2026
Hey, mein Name ist Cawo Darwisch. Ich bin 21 Jahre alt und studiere Wirtschaftsingenieurwesen im sechsten Semester.
Ich habe von August bis Dezember im Rahmen des Südostasien-Programms ein
Auslandssemester in Indonesien absolviert. Mein Aufenthalt fand in der Hauptstadt Jakarta
an der Universitas Indonesia statt, einer der renommiertesten Universitäten des Landes.Zu Beginn möchte ich betonen, dass ich jedem empfehlen würde, die Möglichkeit eines

Auslandssemesters wahrzunehmen, sofern sich diese ergibt. Die Erfahrung ist sowohl akademisch als auch persönlich äußerst bereichernd.
Ein besonderer Dank gilt Frau Steiner, die uns während der gesamten Vorbereitungsphase
sehr unterstützt hat. Durch ihre Hilfe sowie die enge Zusammenarbeit mit dem International Office der Universitas Indonesia verlief die Organisation vor der Abreise strukturiert und deutlich unkomplizierter als erwartet.
Anreise und Vorbereitung
Die Universitas Indonesia unterstützte uns bereits im Vorfeld intensiv bei der Planung des
Aufenthalts. Trotz der großen Zeitverschiebung war das International Office gut erreichbar
und beantwortete alle Fragen schnell und zuverlässig, wodurch viele Unsicherheiten
genommen werden konnten.
Die Beantragung des Visums verlief insgesamt problemlos und wurde zügig bearbeitet.
Für die notwendigen Impfungen mussten wir uns eigenständig kümmern. Insgesamt waren
mehrere Impfungen erforderlich, die jedoch eine wichtige Voraussetzung für den
Aufenthalt darstellten.
Die Flugbuchung erfolgte selbstständig. Gemeinsam mit der Gruppe des
Auslandsprogramms reisten wir von Düsseldorf aus ab. Der Flug führte zunächst nach
Katar mit einer Flugdauer von etwa sechs Stunden. Nach einem Zwischenstopp ging es
weiter nach Jakarta, was nochmals rund acht Stunden in Anspruch nahm.
Die Ankunft erfolgte spät in der Nacht. Bereits beim Verlassen des Flughafens fiel das
warme, tropische Klima sowie die hohe Luftfeuchtigkeit auf, an die man sich jedoch
schnell gewöhnte. Wir wurden direkt von unserem Buddy empfangen, und die Universität
organisierte den Transport zur Unterkunft, was den Einstieg deutlich erleichterte.
Unterkunftsfindung
Bei der Unterkunftssuche wurden wir sowohl von Frau Steiner als auch durch Kontakte
des International Office der Universitas Indonesia unterstützt. Uns wurden verschiedene
Wohnmöglichkeiten vorgeschlagen und passende Ansprechpartner zur Verfügung gestellt.
Die empfohlene Unterkunft lag in unmittelbarer Nähe zum Campus und ermöglichte
dadurch einen sehr kurzen und unkomplizierten Weg zur Universität.
Die Wohnanlage war sehr gut ausgestattet und verfügte über einen Pool, eine Bibliothek
sowie eine Lobby. Zusätzlich war sie direkt mit einer Mall verbunden, in der alle wichtigen
Alltagsbedarfe gedeckt werden konnten.
Besonders positiv hervorzuheben ist der rund um die Uhr verfügbare technische Service,
durch den Ingenieure und Hauspersonal jederzeit erreichbar waren und Probleme schnell
behoben wurden und die Security, bei der man sich auf keinen Fall Sorgen machen
musste um seine Sicherheit.
Das Apartment bot zudem einen weiten Blick über den grünen Campus, der fast wie ein
tropischer Dschungel wirkt. Die monatlichen Kosten beliefen sich auf etwa 1.300 Euro.
Insgesamt war ich mit der Unterkunft sehr zufrieden, da Lage, Ausstattung und Service
den Alltag sehr angenehm gestaltet haben.
Alltag und studentisches Leben
Das Leben in Indonesien ist im Vergleich zu Deutschland sehr günstig und ermöglicht
einen abwechslungsreichen Alltag mit vielen neuen Eindrücken.
Ein zentraler Bestandteil war der tägliche Weg zur Universität mit dem Moped-Taxi, das
nur etwa 50 bis 60 Cent kostete. Diese Fahrten waren nicht nur praktisch, sondern auch
ein besonderes Erlebnis im lebhaften Stadtverkehr Jakartas.
Der Campus der Universitas Indonesia ist sehr groß, stark begrünt und wirkt fast wie ein
eigener Dschungel. Die einzelnen Fakultäten sind auf verschiedene Gebäude verteilt und
von viel Natur umgeben, ergänzt durch einen See, der die Atmosphäre besonders macht.
Im universitären Alltag war auffällig, dass internationale Studierende häufig
Aufmerksamkeit erhalten, beispielsweise durch Ansprache oder Fotowünsche. Diese
Erfahrung war zunächst ungewohnt, entwickelte sich jedoch zu einem interessanten
kulturellen Aspekt.Die indonesischen Studierenden waren sehr offen, hilfsbereit und kommunikativ. Die Unterstützung ging oft über einfache Auskünfte hinaus, da man teilweise persönlich begleitet wurde, um sich besser zurechtzufinden.
Das studentische Leben wurde durch zahlreiche Events bereichert, darunter
Fakultätswettbewerbe, Sportveranstaltungen und Konzerte, die regelmäßig auf dem
Campus stattfanden und das Gemeinschaftsgefühl stärkten.
In meiner Freizeit verbrachte ich viel Zeit in Jakarta, einer beeindruckenden Metropole mit
zahlreichen Hochhäusern und Rooftop-Aussichten, die zu den eindrucksvollsten
Erlebnissen gehörten.
Ein großer Teil des sozialen Lebens spielte sich in Einkaufszentren (Malls) ab, die in
Indonesien zentrale Treffpunkte

darstellen und vielfältige Möglichkeiten zum Essen,
Treffen und Verweilen bieten.
Neben dem Alltag nutzte ich die Gelegenheit, innerhalb Indonesiens und der Region zu reisen. Flüge nach Bali oder Lombok waren sehr günstig und kosteten häufig nur etwa 20 bis 30 Euro pro Strecke.
Auch Reisen in andere Länder, wie beispielsweise Japan, waren während des Aufenthalts möglich und stellten besondere Highlights dar.
Preise und Lebenshaltungskosten
Die Lebenshaltungskosten in Indonesien sind deutlich geringer als in Deutschland und
ermöglichen einen sehr entspannten Alltag.
Mahlzeiten kosteten meist zwischen zwei und drei Euro und stellten vollwertige Gerichte dar. Häufig war das Essen außerhalb sogar günstiger als das selbstständige Kochen. Auch die Mobilität war sehr günstig, da Moped-Taxis nur wenige Cent bis wenige Euro kosteten.
Persönliche Erfahrungen, Sport und Natur
Neben dem universitären Alltag habe ich mich auch persönlich weiterentwickelt und neue
Interessen entdeckt. Während meines Aufenthalts begann ich mit Kampfsport, wodurch ich
nicht nur neue Fähigkeiten erlernen konnte, sondern auch sehr gute Freundschaften
geschlossen habe. Die Menschen vor Ort waren dabei äußerst unterstützend, sodass ich
mich kontinuierlich verbessern konnte.
Die Sprachbarriere stellte dabei kaum ein Problem dar, da die Kommunikation im Alltag
und im Training überwiegend problemlos funktionierte.
Generell würde ich mich als sehr abenteuerlustige Person beschreiben, und Indonesien
bot dafür ideale Bedingungen. Neben dem Stadtleben unternahm ich zahlreiche Ausflüge
in die Natur, darunter Wanderungen durch tropische Wälder, Besuche von Wasserfällen

und Touren zu Vulkanen. Diese Erlebnisse gehörten zu den eindrucksvollsten Momenten des gesamten Aufenthalts und prägten meine Zeit in Indonesien maßgeblich.
Große Bedeutung hatte für mich auch die Zeit mit der Auslandssemester Gruppe. Besonders hervorheben möchte ich dabei Emily, Oubaida und Younes, mit denen ich nicht nur das Semester vor Ort erlebt habe, sondern im Anschluss auch gemeinsam durch Südostasien weitergereist bin. Ebenso bin ich unserer Buddy vor Ort sowie allen Personen dankbar, die mich während meines Aufenthalts in Indonesien und aus Deutschland heraus unterstützt haben.
Indonesien hat mich persönlich sehr überrascht und schnell überzeugt. Rückblickend fühlt
es sich für mich wie ein zweites Zuhause an.



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